Herbert Beck


1. Frühe (erste) Ölbilder 1959 – 1961


siehe Vita und Bildergalerie 3
 

2. Mein Beitrag zur Entwicklung des Abstraktionsprozesses in der modernen Malerei. Der Weg zu variierbaren Kompositionen und schließlich zum Transsuprematismus


siehe Bildergalerie 2
Wie die Beispiele meiner Ölbilder aus der Mitte der 60er Jahre zeigen, startete ich bei dieser Malerei mit organischen Formen Abb. 1968-1970, die zum Teil auf das Verhalten flüssiger Farbe beim Ausgießen auf eine horizontale Fläche und den Endzustand der Ausdehnungen fußten (ähnlich etwa den Ölflecken unter parkenden Autos). Für eine variierbare Komposition montierte ich dazu drei ausgesägte rotviolette Formen einer Sperrholzplatte mit Schnüren an einer Gardinenleiste, jede Form an einer Einzelschiene, so dass die Formen vor dem dunkelblauen Hintergrund einer 2x2m großen Platte aneinander vorbeigleiten, aber auch zu einem gewissen Grad um ihre Achse gedreht werden konnten (Abb. 4, dieses Objekt ist vernichtet).

Ein anderes variierbares Objekt griff den Eindruck eines Trockengestells für Gläser in einem Labor auf. An Stelle von Gläsern steckte ich einfarbig gefärbte Plastikflaschen oder gefärbte Joghurtbecher, je gleicher Größe (als große ›Farbpunkte‹) auf ein entsprechend konstruiertes Gestell (Abb. 5-7, 1975/76).

Schließlich schnitt ich aus buntem Plexiglas 2 organische Formen (eine dunkelrote und eine gelborangefarbige Kreisscheibe) aus und montierte diese mittels Magneten auf eine Stahlblechplatte von 1x1m (Abb. 10).

Und nun war der nächste Schritt nur folgerichtig: Statt der etwa 15 verschiedenen suprematistischen schwarzen Quadrate von Malewitsch (als Variationen seines berühmten ‚Schwarzes Quadrat‘) war es viel einfacher, ein schwarzes Kunstglasquadrat mittels Magneten auf einer weißen, quadratischen Stahlblechplatte zu montieren und so eine variierbare, transsuprematistische Komposition zu schaffen (Abb. 11-13), auf der das schwarze Quadrat sogar die Trägerplatte (= Tafel) überragen konnte, als wollte es der Tafel ›entfliehen‹.

Malewitsch hatte sein extrem abstrahiertes Bild ›Schwarzes Quadrat‹ als suprematistisch bezeichnet (supremus = das Höchste, Äußerste an Abstraktion) und damit den Suprematismus in der Malerei gegründet: die Reduktion des Bildgeschehens auf eine einzige geometrische Fläche und auf eine Farbe. Und dennoch, es war noch nicht das Äußerste an Abstraktion, es war ja noch immer eine fixierte Komposition. Nicht umsonst hat Malewitsch sein ›Schwarzes Quadrat‹ in wohl 15 verschiedenen Variationen wiederholt.

Variierbare Kompositionen sind zugleich die Aufforderung an den (kunstverständigen) Betrachter, selbst mitzugestalten. Damit ist eine partnerschaftliche Kunst möglich.

Die Idee und Ausführung ist einfach. Nun war es ein Leichtes, transsuprematistische Kompositionen zu entwickeln (Abb. 15 ff. 1992...).

Das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen hat bedeutende Bestände der großen Konstruktivisten Mondrian und Malewitsch, auf die sich das Museum gründet. In den 90er Jahren nahm ich deshalb mit dem damaligen Direktor Dr. Holeczek Kontakt auf – wir wollten uns treffen. Doch durch seinen plötzlichen Tod, 1994, kam es nicht mehr dazu.

Die Veröffentlichung ›Transsuprematismus‹ in der renommierten Kunstzeitschrift ›Das Kunstwerk‹ scheiterte ebenfalls – der Verlag hatte gerade das Erscheinen eingestellt.
 

3. Die Wende: Impressionismus für immer


Die impressionistische Malerei von Herbert Beck seit 2009, sein Credo: „Impressionismus für immer!“, siehe Bildergalerie 1

Der betreffende Neubeginn, bzw. die Rückkehr zu meinen frühesten Bildern (1959/61, vergleiche Malerei I) fiel zunächst schwer, da ich ja ganz dem Transsuprematismus gehörte. Da dieses Kapitel experimentell und theoretisch für mich aber abgeschlossen war, wandte ich mich schließlich dem zu, was die Menschheit seit der Erfindung des Impressionismus begeistert und, zusammen mit dem Werk von van Gogh, die Menschen vor entsprechenden Ausstellungen lange Schlangen stehen lässt. Deshalb die Erleuchtung: „Der Impressionismus darf nicht nur eine Epoche sein, sondern er gehört für immer zur aktiven und damit nachhaltigen Malerei“. So entstanden seit 2009, parallel zu weiterer wiss. Arbeit, rund 500 Bilder. Dabei fiel mir der Impressionismus nicht einfach in den Schoß und ich pendelte lange Zeit zwischen mehr expressionistischen und eher impressionistischen Bildern, bis ich mich mit dem Bild WVZ 388 (2017) - Lichtflirrende Pappelreihe im Herbst - eindeutig zum Impressionismus bekannte. Es dauerte Jahre (von 2009 bis 2017), bis ich meine spezifische Ausdrucksweise für impressionistische Bilder fand. Das Malprogramm lautet nun „Impressionismus für immer!“

Natürlich besteht daneben die Versuchung zur Gestaltung transsuprematistischer Objekte weiter.